HR009 Kastel – Staadt – “Kult”- Berg an der Saar

 

Das Hafenradio ist jetzt ein Jahr mit diversen Podcast- und Blog-Beiträgen online. Das haben wir zum Anlass genommen, einen weiteren Podcast mit Alfred Haffner aufzunehmen nachdem wir gemeinsam Ende Dezember 2014 die erste Folge produziert haben.

Diesmal haben wir eine kleine Exkursion an einen ganz besonderen Ort an der Saar unternommen: Kastel – Staadt. Der Ort liegt auf einem Felsplateau hoch über dem Fluß und hat eine gleichermaßen spannende und besondere Geschichte vorzuweisen. Bereits in keltischer Zeit befand sich eine Befestigungsanlage auf dem durch seine landschaftlichen Besonderheiten perfekt geeignetem Berg. Die Besiedlung des Plateaus setzt sich kontinuierlich durch die Römer- und Merowingerzeit, das Mittelalter hindurch bis in die Neuzeit kontinuierlich fort.

Blick auf das teilrekonstruierte Römische Theater am östlichen Rand des Plateaus

Teilrekonstruiertes Römisches Theater

In der jüngeren Geschichte hat die Klause bei Kastel am felsigen Steilhang zur Saar hin die letzte Ruhestätte des “Blinden Königs” Johann von Böhmen beherbergt, der nach dem zweiten Weltkrieg nach Luxemburg überführt wurde.

Aussichtsplattform mit Blick auf die Klause bei Kastei-Staat am Steilhang zur Saar.

Klause bei Kastel-Staat

Auch wurde hier ein Soldatenfriedhof angelegt auf dem deutsche Soldaten beerdigt wurden, die in den letzten Monaten des Krieges gefallen sind, darunter viele sehr junge Männer und Jugendliche die hier unnötig ihr Leben lassen mussten.

Auch die alte Kirche St. Johannis von Kastel liegt auf dem Felssporn; im Ort selbst wurde nach dem zweiten Weltkrieg eine moderne Kirche errichtet. Ein weiteres besonderes Gebäude im Ort selbst ist die Schule, die nach Plänen des berühmten preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel 1840 erbaut wurde. Wie es dazu kam kann man in der nunmehr neunten Folge des Hafenradios erfahren!

Von Karl Friedrich Schinkel entworfenes Schulgebäude in Kastel

Schulgebäude in Kastel

 

 

Alfred Haffner im Dezember 2015 auf dem Felsplateau bei Kastel.

Alfred Haffner im Dezember 2015

Alfred hat Ur- und Frühgeschichte in Hamburg, München und Saarbrücken studiert. 1966 war er als wiss. Mitarbeiter am Institut für Vor-und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie an der Universität des Saarlandes, von 1967 – 1983 als Kustos am Rheinischen Landesmuseum Trier und zuletzt von 1983 – 2003 als Professor am Institut für Ur-und Frühgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel tätig.

 

 

 

 

 

Links zu den Themen

Kastel-Staadt, Klause KastelSaarburg, MartbergJohann von Böhmen (Der Blinde König), Karl Friedrich Schinkel, Römisches Theater, Ehrenfriedhof Kassel,

Fotos: Isabel Venjakob
Reinhard Schindler Zitat: Marie Venjakob

Christoph Haffner

Christoph Haffner

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Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. Ergänzend zu dem Erzählten drei Anmerkungen: Eine Temenosmauer trennt einen sakralen Platz von dem profanem Umfeld. Die Temenosmauer von Kastel-Staadt wurde bislang nur partiell ausgegraben. Nicht ausdrücklich erwähnt wurde, dass inzwischen bei Ausgrabungen und Prospektionen ein ansehnliches, für keltische Oppida typisches Fundspektrum des 2./1. Jh.’s v. Chr. Geb. entdeckt worden ist. Im Eifer des Gefechts nicht erwähnt wurde auch, dass man von der Klause aus auf der gegenüber liegenden Saarseite sehr gut das “Widderthäuschen” von Serrig erkennen kann, ein steinernes Grabdenkmal aus römischer Zeit.
    Zur Vorbereitung eines Besuchs der Klause und des Plateaus von Kastel-Staadt einige wenige Literaturhinweise: Kurt Böhner, Kastel, Kr. Saarburg: Befestigung und Klause. In: Führer zu vor-und frühgeschichtlichen Denkmälern. Saarland. Bd. 5 S. 179-183 (Mainz 1966). – Reinhard Schindler, Kastel. Das Widderthäuschen bei Serrig. In: Führer zu vor-und frühgeschichtlichen Denkmälern. Bd. 34 Westlicher Hunsrück: Bernkastel-Kues – Idar – Oberstein – Birkenfeld – Saarburg (Mainz 1977) S. 278 – 283. – Hans Nortmann und Andreas Peiter, Kastel-Staadt. Ein Führer zu den archäologischen und historischen Zeugnissen. In: Rheinische Kunststätten. Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz. Heft 281 (Köln 2004).

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  2. In diesem Fall wünsche ich euch einen schönen ersten Geburtstag. Ich bin in den letzten Wochen zu einem regelmässigen Podcasthörer von euch geworden und freue mich auf weitere tolle Beiträge von euch! Liebe Grüsse

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    • Christoph Haffner

      Hallo Simon – vielen Dank – es freut uns sehr, dass dir unser Podcast gut gefällt – und wir arbeiten an den nächsten Folgen!

      Viele Grüße,
      Christoph

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